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Bahnhof Lendringsen

Zeichnung. Horst Kühn

Die Ursprünge des Bf. Lendringsen liegen schon in der Zeit vor dem Bau der Hönnetalbahn. Mit der Inbetriebnahme der Werksbahn von Menden zum Kalkwerk Hönnetal wurde in Lendringsen auch schon eine Ladestelle eingerichtet. Da die Baupläne der Bahnhofsgebäudevertauscht wurden, steht das eigentlich für Lendringsen geplanteEmpfangsgebäude in Binolen. Das hatte auf den Betrieb jedoch keine Auswirkungen.

Ins Gerede kam der Bahnhof jedoch immer wieder wegen des Bahnübergangs Bahnhofsstraße (heute Fischkuhle). Wenn der diensthabende Beamte die Schranken schloss, war die einzige Zufahrt zum Ortsteil Hüingsen, auf dessen Gelände auch der Bahnhof liegt, gesperrt. Auch heute ist die Situation - allerdings mit einer modernen automatischen Schrankenanlage - nicht anders.

Der Bahnhof Lendringsen war jahrzehntelang geprägt durch den Personenverkehr für die Orte bzw. Ortsteile Lendringsen und Hüingsen, aber auch besonders durch den Güterverkehr. Express- und Stückgut wurde im geräumigen Güterschuppen angenommen und lange durch die "bahnamtliche Rollfuhr" Anton Niebecker ausgefahren.

Anschlussgleise besaßen das Eisenwerk Rödinghausen, die Fa. Schweitzer, die Holzindustrie (Fa. Radenbach), die Fa. StraBAG; die Gemeinde Lendringsen und ab Ende der 60-er Jahre die Fa. OBO-Bettermann, die sogar zwei Anschlussgleise (Bettermann Süd und Nord) betrieb. Erst Ende der 90er Jahre endete hier der Güterverkehr auf der Schiene. An Sonntagen diente der Bahnhof auch häufig zur Übergabe von Kalk-Sonderzügen an die DB.

Betrieblich hatte der Bahnhof mehrere wichtige Aufgaben: Sicherung des Bahnübergangs „Fischkuhle“ für Züge der Hönnetalbahn und der Kalkwerke. Von 1967 bis 1994 Übergabe der Betriebsschlüssel an die Zugführer der Züge nach Neuenrade. Diese Schlüssel dienten unter anderem zum Aufschließen der Hebelbank in Binolen, mit denen die Weichen bei den Zugkreuzungen bedient wurden.

Bahnhof: Lendringsen Gleisplan des Jahres 1913 (Slg. Turk)

Nach der Schließung der Güterabfertigung und einem Umbau Anfang der 70-er Jahre verfiel der Bahnhof über Jahre hinweg in ein beschauliches, gemütliches Dasein. Ein echter Landbahnhof, in dem der zuständige Beamte (später auch Beamtin!) für alles zuständig war: Betriebliches, wie das Schließen und Öffnen der Schranken, Stellen des Einfahrsignals oder Abgeben der Zuglaufmeldungen, aber auch Fahrkartenverkauf, Schmieren der Weichen bis hin zur (freiwilligen) Blumenpflege.

Erst 1989 neigte sich die Idylle ihrem Ende zu:

  • Juli 1989: Ausbau der Weichen zum Ladegleis
  • 16 - 18. April 1990: Abriss des Güterschuppens und Neubau einer Werkshalle der Fa. Bettermann.
  • 7. Mai 1994: Schließung der Fahrkartenausgabe
  • 28. Mai 1994: Abzug des letzten örtlichen Betriebsbeamten Uwe Becker
  • 1. Juli 1994: Abriss des Empfangsgebäudes, Teilverlegung des Bahnsteigs und Erweiterung der Werkshalle der Fa. Bettermann.
  • November 2004: Rückbau aller verbliebenen Weichen mit Ausnahme des aus dem Kalkwerkgleis abzweigenden Anschluss' Bettermann Nord, der aber gesperrt ist. Damit ist Lendringsen vom Grundsatz her nur noch Haltepunkt.
  • Lendringsen ist auch heute noch ein wichtiger Halt der Hönnetalbahn im Personenverkehr. Den Charme vergangener Tage hat diese Station aber für immer verloren.

    Hier noch einige Erinnerungsfotos.

    Hinweis: In Drehscheibe-Online hat der Autor folgende Berichte zum Bf. Lendringsen veröffentlicht: Teil 1    Teil 2

    Der Bahnhof um 1960. Der Schienenbus (VT 95) aus Neuenrade ist eingefahren.

    Am 08.05.1987 machte die 212 001 mit dem N6460 in Lendringsen halt. Alles war noch intakt...

      Blick in den Dienstraum des Bahnhofs. Da gab es den Fahrkartenschalter, die Winden für die Schranken am Bahnübergang "Fischkuhle", den Signalhebel für das Einfahrsignal aus Richtung Binolen und vieles mehr.

      Gleisplan 1980

       

      Nachtstimmung im Bf. Lendringsen am 19.01.1988

       

 

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